Arbeiterwohlfahrt

Kreisverband Osterholz e.V.
Lange Straße 3
27711 Osterholz-Scharmbeck
Tel. 04791/982727, Fax 04791/982729

 

Die Arbeiterwohlfahrt ist ein Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege.

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Vorsitzender: Hermann Bohling

Aktualisiert:  21.01.2010  von Hermann Bohling

 

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Die Geschichte der Arbeiterwohlfahrt

Das Deutsche Reich ist nach dem 1. Weltkrieg zerstört, politisch instabil, wirtschaftlich und sozial ruiniert. Millionen Menschen sind in Not und hungern. Die Kriegsversehrten, die Opfer des Krieges, die Witwen, die Waisenkinder ohne soziale Hilfen. Eine bisher nicht gekannte Massenverelendung in Deutschland fordert die Selbsthilfe und die praktische Solidarität vieler freiwilliger Helferinnen und Helfer geradezu heraus. Der Gedanke liegt nahe, aus den verschiedenen Organisationen der Arbeiterbewegung eine sozialdemokratische Wohlfahrtsorganisation zu bilden.

Doch es ist nicht nur die aktuelle Not der Menschen, die zur Idee einer "Arbeiterwohlfahrt" führt. Das politische Ziel sollte sein, die unterdrückende Armenpflege des alten Kaiserregimes abzulösen und die Idee der Selbsthilfe und Solidarität in eine moderne Wohlfahrtspflege hinein zu tragen.

Arbeiterinnen und Arbeiter sollten nicht länger nur Objekt der Armenpflege sein. Die Sozialdemokratin Marie Juchacz,

  • Frauensekretärin beim Parteivorstand der SPD,

  • Vorkämpferin für das Frauenwahlrecht in Deutschland,

  • Mitglied der Weimarer Nationalversammlung,

  • erste parlamentarische Rednerin in diesem ersten frei gewählten deutschen Parlament,

rief am 13. Dezember 1919 den "Hauptausschuss für Arbeiterwohlfahrt" in der SPD ins Leben.

Friedrich Ebert, der erste deutsche Reichspräsident, gab dem jungen Wohlfahrtsverband das Motto auf den Weg: "Arbeiterwohlfahrt ist die Selbsthilfe der Arbeiterschaft".

So wurde neben der "bürgerlichen Wohltätigkeit" ein sozialdemokratischer Wohlfahrtsverband aufgebaut, unter dem man allerdings damals etwas anderes verstand als heute.

Die Arbeiterwohlfahrt ist ein Element der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung im Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert. Seit ihrer Gründung ist sie eine politische Interessengemeinschaft, deren Mitglieder für soziale Gerechtigkeit und sozialen Fortschritt eintreten, aber die AWO war deshalb niemals eine ausschließlich der Arbeiterschaft dienende Gemeinschaft.

Die Not der 20-er Jahre - das Spiegelbild der "Golden Twenties"

In den Notzeiten der 20-er Jahre entstand eine Vielzahl von Diensten und Einrichtungen der AWO: Nähstuben, Mittagstische, Werkstätten, Beratungsstellen. Viele sozialdemokratische Frauen und Männer wurden für einen sozialen Beruf ausgebildet.

Ziel der AWO war es, diese Not zu lindern, ihr vorzubeugen, Wohlfahrtsleistungen zu verbessern und moderne sozialpädagogische Methoden anzuwenden. Doch die Notverordnungen dieser Jahre schränkten die Leistungen der Wohlfahrtspflege immer wieder drastisch ein. Die diskriminierende öffentliche "Armenpflege" sollte dennoch schrittweise durch eine moderne Fürsorgegesetzgebung überwunden werden.

Meilensteine dieses Weges waren das Reichsjugendwohlfahrtsgesetz von 1922 und die Fürsorgepflichtverordnung von 1924.

Die AWO forderte soziale Rechtsansprüche ein. Ihre Mitglieder hatten die verheerenden Notstände als Betroffene selbst zu bewältigen. Vorrangig galt es deshalb, der Massenverelendung mit praktischer Selbsthilfe zu begegnen.

Seit 1925 wurden von der AWO eine eigene Lotterie veranstaltet und Arbeiter-Wohlfahrtsmarken verkauft, um die entstandenen und entstehenden sozialen Dienste zu finanzieren.

1926 wurde die AWO als Reichsspitzenverband der freien Wohlfahrtspflege anerkannt. Ab 1928 unterhielt die AWO eine eigene Wohlfahrtsschule in Berlin. Notverordnungen, die die wenigen sozialen Rechtsansprüche und Leistungen einschränkten, die Weltwirtschaftskrise und die instabilen Verhältnisse in der Weimarer Demokratie machten die soziale Hilfstätigkeit der AWO unentbehrlich.

Über 20 Millionen Menschen in Deutschland waren auf Hilfen der Wohlfahrtspflege angewiesen. 5,7 Millionen Arbeitslose standen vor den Schaltern der Arbeitsämter. In den AWO-Volksküchen wurden Hungernde versorgt, Lebensmittel- und Kleidersammlungen durchgeführt.

1931 waren 135.000 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer der AWO in der Kindererholung und im Kinderschutz, in der Altenbetreuung und Jugendhilfe, in Notstandsküchen und Werkstätten für Behinderte und Erwerbslose sowie in Selbsthilfenähstuben tätig.

Die AWO wurde zur Helferorganisation für alle sozial bedürftigen Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft und ihrer Konfession.

Verbot - Enteignung - Verfolgung

Am 30. Januar 1933 kam Adolf Hitler an die Macht. Nur wenige Wochen später wurde die AWO von den Nationalsozialisten verboten und zwangsweise aufgelöst. Am 15. Juli 1933 erscheint die Ausgabe der Zeitschrift "Arbeiterwohlfahrt" mit dem Hakenkreuz. Der Beauftragte der Deutschen Arbeitsfront gibt ein Rundschreiben mit Anweisungen für die Umorganisation der AWO heraus. Darin hieß es, dass die Arbeiterwohlfahrt "so auszubauen ist, dass sie später als Vorbild dient für alle Wohlfahrtseinrichtungen".

Doch dem Versuch, die Arbeiterwohlfahrt in die nationalsozialistische Volkswohlfahrt zu überführen, entzogen sich allerorten die Mitglieder, Helfer und Helferinnen, die Funktionäre der Organisation. Vermögen, Heime und Einrichtungen wurden deshalb für die nationalsozialistische Volkswohlfahrt beschlagnahmt. Führende Frauen und Männer der AWO wurden verfolgt. Solange es die Mittel zuließen, wurde die Hilfe für Notleidende und Verfolgte des Naziregimes in der Illegalität fortgesetzt. Marie Juchacz und viele andere mussten Deutschland verlassen.

Die Arbeiterwohlfahrt hatte aufgehört als Organisation zu existieren.

Neubeginn und Wiederaufbau

Mit dem Ende des Krieges 1945, dem Zusammenbruch und der Teilung Deutschlands, begann der Wiederaufbau im von den Siegermächten besetzten Deutschland. Unmittelbar nach Kriegsende auch der Neubeginn und Wiederaufbau der AWO. Sie wurde 1946 in Hannover als parteipolitisch und konfessionell unabhängige und selbständige Organisation wieder ins Leben gerufen.

In der damaligen "sowjetisch besetzten Ostzone" wurde die AWO nicht mehr zugelassen. Dagegen hatte sie, aufgrund des alliierten Status von Berlin bis 1961 auch im Ostteil der Stadt eine offizielle Zulassung, durfte dort aber nicht tätig werden. Nach dem Mauerbau am 13. August 1961 hatte die AWO in Ost-Berlin keine Zulassung mehr.

Verfolgung, Verbot, Krieg und Verwüstung hatten Ideen nicht zerstören können. Mutig nahmen Ortsvereine der Arbeiterwohlfahrt in den Westzonen wieder ihre Arbeit auf. AWO-Helferinnen und Helfer kümmerten sich um Evakuierte und Flüchtlinge, Heimkehrer, Alte und Einsame, um junge Menschen, die Heimat und Eltern verloren hatten.

Kinder- und Jugenderholungsmaßnahmen wurden wieder angeboten, nach alter Tradition wurden Nähstuben, aber auch Einrichtungen der Hauswirtschaft und Mütterbildung eröffnet.

1949 gibt es in den drei Westzonen und in Berlin bereits wieder 50.000 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, gab es 300.000 Freunde und Mitglieder der AWO.

1949 kehrte auch Marie Juchacz, gekennzeichnet von den Jahren der Emigration, aus den USA zurück. In New York hatte sie dafür gesorgt, dass die Arbeiterwohlfahrt in die CARE-Paketaktion der Amerikaner einbezogen wurde. Sie wurde Ehrenvorsitzende der AWO.

Organisatorisch ging die AWO neue Wege. Ohne die Nähe zur sozialdemokratischen Arbeiterbewegung zu verlieren, gründete und organisierte sie sich als selbständiger Verband, der sich 1947 auf der Reichskonferenz in Kassel neue Richtlinien gab.

1953 erklärte Lotte Lemke, damalige stellv. AWO-Vorsitzende, auf der Berliner AWO-Reichskonferenz: "Heute ist aus der Arbeiterwohlfahrt der Weimarer Zeit eine Wohlfahrtsorganisation geworden, deren Aktionsradius weit über den Kreis der zur Arbeiterschaft rechnenden Bevölkerung hinausgreift".

In diesen Jahren wurden Kindergärten und Horte neu eingerichtet, Volksküchen gaben Mahlzeiten an Kinder, Alte und Kranke aus, Kriegsgefangene und ihre Angehörigen wurden betreut und mit Lebensmitteln versorgt, eine Schwesternschule wurde eröffnet und eine AWO-Schwesternschaft gegründet. In Karlsruhe wurde das "Seminar für Sozialberufe" als Ausbildungsstätte eröffnet. Die AWO wurde tätig auf allen Feldern der sozialen Arbeit.

1959 hatte die AWO 300.000 Mitglieder, 5.000 Ortsvereine, 353 Heime, 250 Kindergärten, 4.000 hauptberufliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und über 70.000 Helferinnen und Helfer.

Wiedervereinigung nach 57 Jahren

Am 9. November 1989 fällt die Mauer in Berlin. Am 3. Oktober 1990 ist Deutschland wiedervereinigt. Die innenpolitisch dramatisch umkämpfte Entspannungs- und Ostpolitik von Willy Brandt, Egon Bahr, Helmut Schmidt und Herbert Wehner, der politische Reformwille eines Michail Gorbatschow legen den Grundstein für die neue deutsche Geschichte nach 1945 und 1989.

Durch West-/Ostpartnerschaften organisiert beginnt auch die AWO in den fünf neuen Bundesländern mit einem dynamischen Aufbauprozeß. Ein Jahr nach dem Fall der Mauer schließen sich die Landes- und Bezirksverbände der AWO in ganz Deutschland auf einem Bundestreffen in Berlin am 10. November 1990 zusammen.

Nach dem Verbot der Arbeiterwohlfahrt 1933 und der gewaltsamen Teilung Deutschlands nach 1945 erklären die Landes- und Bezirksverbände in den neuen Bundesländern ihre Mitgliedschaft beim Bundesverband der Arbeiterwohlfahrt. Damit findet zusammen, was vor 57 Jahren gewaltsam getrennt wurde.

Die AWO ist heute flächendeckend in allen Bundesländern tätig.

Erfahrung für die Zukunft

Mit den rasanten Veränderungen in der Berufs- und Arbeitswelt und der fortschrittlichen Technologie im letzten Jahrhundert änderten sich auch die Aufgaben der AWO.

Eine zeitgemäße und zukunftsweisende Sozialarbeit hat diesen Prozessen Rechnung zu tragen.

Der soziale Rechtsstaat, wie ihn die AWO in ihren Anfängen und ihrem Werden angestrebt hat, ist in seinen grundlegenden Elementen Wirklichkeit geworden. Die AWO lässt nicht nach in ihren Forderungen nach Reformen und Veränderungen in der Sozialpolitik, in der Gesundheitspolitik, in der Familienpolitik und in der allgemeinen Fürsorge um den Menschen und seine soziale Sicherung. Stets hat sie ihre Forderungen den Parlamenten und Regierungen zugetragen. Daraus sind Gesetze entstanden, die Rechtsansprüche auf soziale Hilfen garantieren. Als ein Beispiel unter vielen gilt dafür die sozialrechtliche Sicherung des Pflegefallrisikos.

Die AWO hat neue soziale Aufgaben übernommen, die im Wandel der Gesellschaft ihren Ursprung haben. Dazu gehören die Betreuung der zahlreichen ausländischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer seit Beginn der 60-er Jahre des vergangenen Jahrhunderts, die stationäre und ambulante Altenhilfe, die Suchtberatung und sozialpsychologische Betreuung.

Grundsatz der sozialen Arbeit der AWO ist auch weiterhin die Hilfe zur Selbsthilfe. In zunehmendem Maße hat die AWO als freier Verband - gewollt und nicht gewollt - öffentliche Aufgaben übernommen, deren Finanzierung nicht in vollem Umfang durch öffentliche Zuwendungen gedeckt ist.

Die Krise der Weltwirtschaft in den 80er Jahren des letzten Milleniums und die ökonomische und technologische Globalisierung des neuen wirft ihre Schatten auf die Zukunft des Sozialstaats.. Viele Menschen sind ohne Arbeitsplatz. Die großen sozialen Sicherungssysteme stoßen an ihre Grenzen., bedürfen der Reform und nicht des rigiden Abbaus. Die soziale Bewährungsprobe stellt sich dort, wo die AWO mit ihren Diensten und Einrichtungen direkten Kontakt mit den Menschen hat.

Heute ist die AWO in weit größerem Maße als früher Trägerin sozialer Aufgaben und Dienstleistungen. In allen Bereichen legt sie Wert darauf, soziale Aufgaben der Gegenwart mit dem Blick auf die Zukunft zu lösen - mit der Erfahrung für die Zukunft!

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Berlin, 27. Januar 2006  

Vor 50 Jahren starb Marie Juchacz: Vorkämpferin und Vorbild für die Sozialdemokratie

Zum 50. Todestag von Marie Juchacz am 28. Januar 2006 würdigt Elke Ferner, stellvertretende Vorsitzende der SPD und Bundesvorsitzende der   Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF), das politische Engagement der ersten Rednerin in einem deutschen Parlament:

"Meine Herren und Damen" diese Anrede sorgte am 19. Februar 1919 für Heiterkeit in der Verfassungsgebenden Versammlung der Weimarer Republik. Marie Juchacz hielt als erste Frau in Deutschland eine Parlamentsrede, in der sie die politischen Rechte und Pflichten der Frauen in der Demokratie ausdrücklich betonte. Dies wurde erst möglich, da wenige Monate vorher auf Initiative der SPD das Frauenwahlrecht eingeführt worden war.

Als Marie Juchacz, geborene Gohlke, 1879 in Landsberg an der Warthe, im heutigen Polen gelegen, zur Welt kam, galten im Deutschen Reich die so genannten Sozialistengesetze; im gleichen Jahr veröffentlichte der SPD-Vorsitzende August Bebel illegal sein wichtigstes, bahnbrechendes Buch "Die Frau und der Sozialismus".

Die Näherin Marie Juchacz und ihre Schwester Elisabeth waren begeistert von der Politik und wurden in Berlin gemeinsam in den Bildungsvereinen der Sozialdemokratie aktiv.

1908, 45 Jahre nach ihrer Gründung, konnte Marie Juchacz endlich Mitglied der SPD werden, nachdem dies Frauen durch eine Gesetzesänderung ermöglicht worden war.

Es folgten Stationen als Frauensekretärin im SPD-Bezirk Obere Rheinprovinz und ab 1917 als zentrale Frauensekretärin der SPD.

Als gewähltes Mitglied der Verfassungsgebenden Versammlung der Weimarer Republik setzte sich Marie Juchacz vehement für die Gleichstellung von Frau und Mann in der Verfassung ein. Es wurde verankert, dass Männer und Frauen grundsätzlich die gleichen staatsbürgerlichen Rechte haben. Die Einschränkung "grundsätzlich" konnte auch Marie Juchacz nicht verhindern. Hierauf mussten die Frauen weitere dreißig Jahre bis zur Verabschiedung des Grundgesetzes warten.

Von 1920 bis zu ihrer Emigration 1933 war Marie Juchacz Reichstagsabgeordnete. Dort galten ihr Engagement und ihr Interesse nicht nur sozialpolitischen Fragen, sondern auch brisanten frauenpolitischen Themen wie der Reform des Ehescheidungsgesetzes oder des Strafrechtsparagraphen 218. Jedoch war sie nicht nur parlamentarisch aktiv: Getrieben von ihrem Willen und der Notwendigkeit, etwas für die sozial Schwachen und gegen Not und Armut zu unternehmen, gründete Marie Juchacz Ende 1919 den "Hauptausschuss für Arbeiterwohlfahrt" beim SPD-Parteivorstand, die heutige Arbeiterwohlfahrt.

Nach Hitlers Machtergreifung emigrierte Marie Juchacz zunächst ins Saarland, dann über Frankreich nach New York. 1949 kehrte sie nach Deutschland zurück und war unter anderem erneut bei den SPD-Frauen aktiv. Marie Juchacz starb am 28. Januar 1956 im Alter von 76 Jahren in Düsseldorf.

Die SPD und insbesondere die sozialdemokratischen Frauen gedenken an ihrem 50. Todestag des Wirkens von Marie Juchacz für die Frauen und für die SPD. Sie war eine engagierte Politikerin, die sich für Frauen und deren Gleichberechtigung vehement parlamentarisch einsetzte.

Mit ihrem Namen ist ein außerordentlich bedeutendes Lebenswerk verbunden, das alle Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten würdigend in Erinnerung behalten werden.

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Weimarer Nationalversammlung - 19.02.1919

Die erste Parlamentsrede einer Frau in Deutschland

Der 19. Februar 1919, ein Mittwoch, zählt zu den denkwürdigen Tagen der deutschen Parlamentsgeschichte. Marie Juchacz, Gründerin der AWO, hält die erste Rede einer Frau in einem demokratisch gewählten Parlament in Deutschland.
Zum ersten Mal wurde in einem deutschen Parlament, in der verfassungsgebenden deutschen Nationalversammlung, eine Frau als Abgeordnete "zum Wort aufgerufen", wie die Zeitungen damals berichteten. Einen Monat zuvor war das Frauenwahlrecht Gesetz geworden.
Marie Juchacz war eine von 41 Parlamentarierinnen bei 423 Abgeordneten der Weimarer Nationalversammlung.
Zehn Monate nach ihrer Parlamentsrede gründete Marie Juchacz am 13. Dezember 1919 die Arbeiterwohlfahrt.

 

 

 

 

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